Irrtum:
Je mehr Flüssigkeit zugeführt wird während und nach dem Sport, umso besser ist es. Denn wenn der Körper schwitzt, dann braucht er Unmengen an Wasser, um den Verlust an Flüssigkeit und Mineralien auszugleichen. Oder?
Wahrheit:
Generell verdunstet an einem Tag auch bei nicht übermäßiger körperlicher Anstrengung mindestens ein halber Liter Flüssigkeit über unsere Haut. Der Großteil des Schweißes besteht aus Wasser – und zwar zu etwa 99%. Deshalb muss während des Sports immer ausreichend viel getrunken werden. Das heißt: Trinken Sie entweder noch bevor das Durstgefühl entsteht oder spätestens sobald Sie leichten Durst verspüren! Eine Störung im Wasserhaushalt des Körpers kann nämlich zu erheblichen Problemen, wie Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Thrombose, reduzierten Herzschlag, absinkenden Blutdruck oder verschlechterte Hautdurchblutung führen. Schon 1 Liter Flüssigkeitsverlust kann die Leistung um 10 Prozent mindern. Daher sollten Sie bei körperlichen Aktivitäten bis 60 Minuten nach dem Sport etwa 0,5 bis 1 l Flüssigkeit zu sich nehmen. Bei intensiver Belastung erhöht sich der Bedarf entsprechend. Bei längeren Belastungen (länger als 60 Minuten) sollten auch während des Sports zwischendurch Trinkpausen eingelegt werden.
Dennoch muss bzw. sollte man es mit dem Trinken auch nicht übertreiben. Wasser ist zwar für den Organismus in keiner Weise oder Dosis giftig, jedoch gibt es das Phänomen, dass die Wasseraufnahme schneller erfolgt als dessen Ausscheidung. Dadurch werden die Körperflüssigkeiten so stark verdünnt, dass es zu potentiell gefährlichen Verschiebungen im Elektrolythaushalt kommen kann. So geschah es beispielsweise 2007 nach dem London Marathon, als ein junger Sportler nach dem Marathon in kürzester Zeit mehrere Liter trank und somit dem Organismus wichtige Salze entzog. Was letztlich sogar zum Tod führte. Der Sportler „trank“ sich quasi zu Tode!
Wissenschaftlich belegt, kann der Körper pro Stunde maximal 0,8 bis 1,0 Liter Flüssigkeit verarbeiten und nutzen. Dabei sollte diese, in kleinen Portionen und Schlucken verteilt, regelmäßig getrunken werden. Nicht riesige Mengen in kurzer Zeit! Denn nur so behält man auch die Mineralien und Spurenelemente im Körper.
Fazit:
Wichtig ist, dass Getränke – besonders während des Sports – nicht zu kalt sind, denn ansonsten muss der Körper zusätzliche Energie aufwenden, um das kalte Wasser aufzuwärmen. Lauwarm ist also am besten …
Ihr
Prof. Dr. Ingo Froböse














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