These:
Herzlichen Glückwunsch! Sie sind schwanger und können es sicher kaum erwarten Ihr Baby in den Armen zu halten. Doch normalerweise betreiben Sie viel Sport und jetzt kriegen Sie die Krise, da der Arzt Ihnen empfohlen hat, wenig bis zu gar keinen Sport mehr zu treiben. Und auch Ihre Freundinnen sogar nicht mehr aktiv sind. Lediglich Spazieren Gehen oder eine leichte Schwangerschaftsgymnastik sind noch drin. Deswegen sind Sie fast den größten Teil des Tages inaktiv und sehnen sich trotz Schwangerschaft nach mehr Sport? Die Angst davor, der Sport könnte schädlich für Ihr Kind sein und Probleme provozieren, ist groß und bleibt immer im Hinterkopf. Ja sogar von Sauerstoffunterversorgung durch Sport für das Ungeborene ist die Rede. Da muss man wohl in den sauren Apfel beißen und “Nichtstun“.
Wahrheit:
Bis weit in die Hälfte des 20. Jahrhunderts galten Schwangerschaft und Sport als unvereinbar. Erst Anfang der 80er Jahre kippte dieses Denken der Medizin um, als immer mehr junge Frauen Sport als Lebensbestandteil für sich sahen und darauf auch während der Schwangerschaft nicht verzichten wollten.
Heute wissen wir, dass diese Entwicklung richtig und gut war. Viele Studien zeigen, dass sportlich aktive Schwangere deutlich geringere und seltenere Komplikationen während der Entbindung aufzeigen. Die meist viel stärker ausgebildete Bauch- und Beckenmuskulatur sorgt für einen „einfacheren“ Geburtsvorgang, da die Wehen viel länger gehalten werden können und es so zu keinem Nachlassen des Vorganges kommt.
Die Einstellung zu körperlicher Anstrengung vermindert das Risiko einer Schnitt- oder vaginaloperativen Entbindung. So dass insgesamt die Eröffnungs- und Austreibungsphase bei Sportlerinnen häufig deutlich verkürzt ist. Es gibt aber noch weitere positive Aspekte, die moderate sportliche Aktivität begründen lassen: die körperliche Fitness nimmt zu, die Reserven des Herz-Kreislaufsystems steigen an, schwangerschaftstypische Rückenschmerzen werden deutlich seltener, die Gewichtszunahme wird limitiert und das Risiko einer nachfolgenden Zuckererkrankung reduziert.
Und auch nach der Geburt ist die Erholung der Sportlerinnen deutlich schneller. Wichtig ist jedoch immer, dass der Sport nicht extreme Formen annimmt und insbesondere in den letzten drei Monaten etwas reduziert wird. Als geeignete Sportarten gelten vor allem Radfahren, Schwimmen, Wandern, Laufen, Gymnastik, Tanzen und diverse Sportarten im Wasser, wie z.B. Aquafitness, Aquajogging oder Aquaspinning. Kampf- und Ballsportarten sollten mit zunehmender Schwangerschafts-dauer auf ein Minimum reduziert oder völlig eingestellt werden. Dennoch kann natürlich nicht jeder schwangeren Frau zu Sport geraten werden. Insbesondere bei mütterlichen Vorerkrankungen oder auch „unnormalen“ Schwangerschaftsverläufen gilt es dies intensiv mit dem Arzt zu besprechen.
Herzlichst Ihr
Ingo Froböse














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